Welche Art von Untergang unserem Planeten bevorsteht, wird uns nicht von Wissenschaftlern und Propheten, Maya-Kalendern, Kaffeesatz und anderen praktischen Hilfsmitteln vorhergesagt. Vielleicht werden wir von Wasser oder Lava überflutet, von Schneemassen unvorstellbaren Ausmaßes bedeckt, Außerirdische werden kommen und uns einäschern, und unsere Asche wird im Wind verstreut. Aber wir sollten nicht vergessen, dass die Hauptbedrohung des Menschen er selbst ist… Das Immunsystem des Menschen ist nicht aus Eisen und kann versagen. Infolgedessen kann man sich verschiedene Krankheiten einfangen: von einer Erkältung bis hin zu einem Virus, der das Bewusstsein vollständig kontrolliert (oder den Kopf von unnötigen Gehirnen befreit). In diesem Fall kann Ihr bester Freund Sie leicht umbringen, und Ihre Lieben betrachten Sie vielleicht als nahrhaftes Frühstück (Mittag- oder Abendessen, je nach Zeitpunkt der Entdeckung). Um dieser Situation auf den Grund zu gehen und sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, hilft uns das amerikanische Studio Telltale Games (im Folgenden TTG). Und zwar ihr ehrgeiziges Projekt The Walking Dead: The Game.

TTG basiert auf der Entwicklung von Spielen, die auf den Kultserien und -filmen basieren. Im Jahr 2011 wurde offiziell bekannt gegeben, dass das Unternehmen das Spiel auf der Grundlage des berühmten Comics The Walking Dead von Robert Kirkman entwickeln wird. Sogar der grafische Stil des Projekts ähnelt dem oben genannten Comic: gezeichnete Charaktere und die gesamte Welt ist in fetten schwarzen Umrissen dargestellt (allerdings hat sich Telltale dazu entschlossen, dem Projekt Farbe zu geben, statt schwarz-weiß).

WILLKOMMEN IN DER HÖLLE.

Lee Everett, Professor an der University of Georgia, wird beschuldigt, eine politische Persönlichkeit ermordet zu haben, indem er mit seiner Frau sexuelle Handlungen anstelle eben dieser politischen Person vornahm. Und so sitzt der verehrte Lehrer bereits in einem Polizeiauto auf dem Weg ins Gefängnis, wo er den Rest seines Lebens verbringen wird. Aber so einfach ist das nicht… Der übermäßig redselige Fahrer, der eine andere Geschichte erzählt, bemerkt einen Fußgänger nicht (der sich seltsamerweise mitten auf der Autobahn befindet) und stößt mit ihm zusammen, was den Tod des Schwätzers zur Folge hat. Nach einer Reihe von wenig verheißungsvollen Ereignissen findet sich unser Held in einem Haus wieder, wo er ein achtjähriges Mädchen namens Clementine trifft. Dieser wird später zu einer weiteren Hauptfigur des Spiels. Nach ihrem Treffen erwartet uns eine schwindelerregende Fülle von Ereignissen.

DAS SPIEL WIRD SICH AN IHRE AKTIONEN ANPASSEN.

Mit diesem Satz werden wir vor Beginn jeder der fünf Episoden begrüßt. Ja, ja, das Spiel ist in Teile unterteilt, denn es ist eine Art interaktive Serie. Aber eigentlich sind die Toten linear zum Grauen, der Spieler beeinflusst nur die Haltung der Figuren zueinander und wer früher und später stirbt… Aber das macht es nicht schlechter, die Geschichte hält einen bis zum Schluss in Atem und man kommt auch nach dem Abspann nicht vom Computer los. Das Gameplay ist… naja, genau wie in der Hälfte der Quests… aber hier ist das Spiel mit einer großen Anzahl von spannenden Szenen ausgestattet, in denen man in Eile die richtigen Tasten drücken muss. Aber die Walker sind eben doch nicht ganz perfekt. Der Wermutstropfen ist die Musik, die entweder da ist oder nicht, aber dieses Minus behindert die Passage nicht.

DAS ENDE?

Das Spiel verdient zweifelsohne Lob für seine Story, die die Jungs von TTG hundertprozentig hinbekommen haben. Die zweite Staffel von The Walking Dead erwartet uns in diesem Jahr. Mal sehen, ob sie das Interesse an der Geschichte aufrechterhalten können. Die erste Folge war ein großer Erfolg.